Ob bei der Feuerwehr, im Hospizdienst, in der Tafel, in Fördervereinen von Kindergärten und Schulen, in Sportvereinen, in der Kommunalpolitik oder all den anderen gemeinnützigen Organisationen – was wäre Berlin ohne seine Ehrenamtlichen? Die Menschen also, die sich ohne finanzielle Gegenleistung für andere einsetzen und dennoch profitieren. Denn es ist ein gutes Gefühl, für andere da zu sein, ihnen eine Freude zu bereiten. Das kann das eigene Leben ungemein bereichern. Ich freue mich, dass die Stadt Berlin einmal im Jahr alldenjenigen Danke sagt, die sich ehrenamtlich für andere Menschen einsetzen. 138 Angebote zählt das Programm „Berlin sagt Danke“ am Samstag, den 7.3.2020. Ehrenamtliche können zum Beispiel das Abgeordnetenhaus besuchen, kostenlos in Museen, Theater oder Ausstellungen gehen. Der Tag dient als Anerkennung für ihr Engagement und soll ihnen etwas von dem zurückgeben, was sie für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ganz selbstverständlich leisten.

Ehrenamt wird auch indirekt unterstützt, zum Beispiel durch Arbeitgeber

Mir ist es an einem solchen Tag wichtig, auch denjenigen zu danken, die ehrenamtliches Engagement fördern, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Freiraum dafür bereitstellen. Denn auch sie müssen flexibel reagieren, wenn sich zum Beispiel ein Mitarbeiter freiwillig in der Feuerwehr engagiert und während der Arbeitszeit zu einem Einsatz gerufen wird. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer in unserer Stadt helfen so indirekt mit, dass unsere Gesellschaft lebenswert bleibt und der Einsatz für andere nicht zum Nachteil für den Ehrenamtler wird.

Manja Schreiner: Ohne den Blick für andere, verarmt unsere Gesellschaft

Ob direkt oder indirekt, ehrenamtliches Engagement drückt eine positive innere Haltung aus. Dahinter stehen Menschen, die sich einfach nur um der Sache willen einsetzen und nicht den Blick für andere verloren haben. Es macht mich traurig, dass in unserer Gesellschaft allzu oft ehrenamtliches Engagement herabgewürdigt wird. Ich denke an den Druck, den heutzutage zum Beispiel Kommunalpolitiker aushalten müssen, weil ihnen wegen ihrer Überzeugungen Hass und Hetze entgegenschlägt oder sie sogar bedroht werden. Doch eine Gesellschaft, in der sich niemand mehr ohne Gegenleistung für andere einsetzen möchte, kann keine Zukunft haben. Ohne Offenheit für die Sorgen und Nöte anderer, verarmt unser Zusammenleben. Umso wichtiger ist es, Danke zu sagen.