Endlich wieder Schule! Für meine Kinder wie für viele Schüler in Berlin war es höchste Zeit, wieder Freunde zu treffen und Stück für Stück in einen annähernd normalen Alltag zurückzukehren. Es ist unglaublich wichtig für die Kinder wie für die Lehrer, zum Lernen wieder zusammenzukommen – auch wenn die Corona Pandemie die Rahmenbedingungen gründlich durcheinandergewirbelt hat. Die Kinder, gerade aus sozial schwachen Familien, gehören für mich zu den Hauptleidtragenden der Einschränkungen. Ihr Grundrecht auf Bildung musste hinter dem Grundrecht vor allem der älteren Bevölkerung auf Gesundheitsschutz zurücktreten. Sie werden in Zukunft mit ihrer Arbeitsleistung dazu beitragen müssen, dass wir die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieses bedeutenden Einschnitts in unser Zusammenleben, die Gesellschaft und Wirtschaft bewältigen können. Die Kinder hatten in den zurückliegenden Wochen keine so starke Lobby wie zum Beispiel der Profifußball. Es ist deshalb unglaublich wichtig, dass sie jetzt – wenn auch mit Einschränkungen – in die Schulen zurückkehren können.

Ein Tag Zeit, die Schulen auf die Öffnung vorzubereiten – wie soll das funktionieren?

Gleichzeitig schildern viele Berliner Schulleiter, dass sie sich vom Senat und Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) vollkommen überrumpelt gefühlt hätten. Teilweise hatten sie nur einen Tag Zeit, um Hygiene-Konzepte umzusetzen, Eltern und Schüler zu informieren, die Schulgebäude vorzubereiten und Lerninhalte an die neue Situation anzupassen. Wie soll das funktionieren? Auch im Bereich der Schulen bleibt sich der Berliner Senat treu. Das Motto ist nicht Miteinander, sondern von oben herab. Die Gespräche werden nicht auf Augenhöhe, sondern scheinbar gar nicht geführt. Die Leidtragenden dieser Situation sind Schüler und Lehrer. Verantwortung wird einfach nach unten abgegeben. Kein Wunder, dass sich viele in dieser Situation allein gelassen fühlen.

Manja Schreiner: Vorfahrt für Bildung – Schule neu denken

Die CDU Berlin setzt sich für einen anderen Weg ein. Das Konzept der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus mit dem Titel „Schule neu denken“ setzt die richtigen Akzente. Die Abgeordneten haben dazu einen Antrag auf den Weg gebracht. Im Kern schlagen Fraktionsvorsitzender Burkard Dregger und der bildungspolitische Sprecher Dirk Stettner darin vor, die Sommerferien gezielt zu nutzen, um Bildungslücken durch den Shutdown zu schließen. Sie sprechen sich für Schicht- und Samstagsunterricht an Berliner Schulen aus. Gleichzeitig sollen Lehrerinnen und Lehrer in Fortbildungen für das digitale Lernen fit gemacht werden. Ziel ist der Erwerb eines Digital-Führerscheins. Er soll die Pädagogen dazu befähigen, Kindern auch digital Bildungsinhalte nachhaltig zu vermitteln. Dazu sollen auch alle Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten versorgt werden. Darüber hinaus schlagen die Abgeordneten vor, Sommerschulen als temporäres Bildungsangebot mit freiwilligen Lern-, und Förderangeboten einzurichten. Kinder sind unsere Zukunft und verdienen auch in Krisenzeiten unser aller uneingeschränkte Aufmerksamkeit.