Wer wird Vorsitzender der CDU, wer wird die Partei in den nächsten Bundestagswahlkampf führen? Diese Fragen polarisieren und mobilisieren, sie sind Ausdruck lebendiger Demokratie in unserer Partei. Schon früh hat sich unser Landesvorsitzender Kai Wegner für Friedrich Merz ausgesprochen. Damit hat er für viele in unserem Landesverband gesprochen. Dennoch ist die Meinungsbildung noch nicht bei allen abgeschlossen. In der jüngsten Sitzung unseres Landesvorstands haben wir über alle gesprochen, die derzeit ihre Kandidatur bekannt gegeben haben. Ich muss zugeben, dass auch meine Meinung noch nicht ganz gefestigt ist.

Was tun Sie, wenn Sie eine Entscheidung treffen müssen? Sprechen Sie mit Ihren Liebsten? Informieren Sie sich? Machen Sie sich vielleicht eine Liste mit Plus- und Minuspunkten? Manchmal ist es gut, Dinge zu Papier zu bringen. Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, was ich von einem neuen Vorsitzenden erwarte. Sie spiegeln das, was mir wichtig ist und wofür auch ich mich mit Überzeugung als Christdemokratin engagiere.

Was mir wichtig ist und warum ich mich in der CDU engagiere

Ich wünsche mir, dass unser neuer Vorsitzender klare Kante zeigt, aber auch integrierend wirkt, dass er Gräben überwindet und die Mitte der Bevölkerung wieder in den Mittelpunkt unserer Politik rückt. Die Menschen also, die jeden Tag ohne viel Aufhebens ihrer Arbeit nachgehen, sich um ihre Familie kümmern und ihre Steuern zahlen. Menschen, denen Extreme fremd sind und die unsere gemeinsamen Werte ganz selbstverständlich leben.

Ich wünsche mir eine Person an der Spitze der CDU Deutschlands, die weiß, dass eine starke Wirtschaft allen zu Gute kommt, die zu würdigen weiß, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer tagtäglich für den Standort Deutschlands engagieren, dass sie Arbeitsplätze schaffen und sich vielfach auch gesellschaftlich einbringen. Ein Vorsitzender also, der fest auf die Schaffenskraft der Sozialen Marktwirtschaft setzt und unternehmerische Kreativität fördert.

Ich wünsche mir einen Vorsitzenden, der empathisch agiert und ein offenes Ohr für die Ängste und Bedürfnisse der Menschen hat, der erkennt, was den Bürgerinnen und Bürgern wichtig ist und der sie mitnimmt. An der Spitze der CDU Deutschlands soll nach meiner Vorstellung ein Vorsitzender stehen, der allen Generationen in unseren Gesellschaft ein gutes Angebot macht und damit den Anspruch, Volkspartei zu sein, mit neuem Leben füllt. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit. Einwanderung und Migration beschäftigen die Menschen dabei genauso wie die Kriminalitätsbekämpfung. Debatten in diesen Bereichen darf er keineswegs ausweichen.