Das gute Gespräch und der intensive Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt sind mir außerordentlich wichtig. Eine passende Gelegenheit dazu sind die Neujahrsempfänge, zu denen die unterschiedlichsten Institutionen einladen. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich zu Beginn des neuen Jahres beim Neujahrsempfang des Wirtschaftskreises Pankow eine kleine Rede halten durfte. Diese Vereinigung von Unternehmerinnen und Unternehmern im Bezirk bemüht sich sehr um einen regen Austausch zwischen ihren Mitgliedern, den Schulen und der Politik. Was mich daran fasziniert: Die Unternehmerinnen und Unternehmer richten den Blick nach vorne. Sie lassen sich nicht von Hindernissen abhalten, sondern sie gestalten.

Ein bespielgebendes Projekt: Wirtschaftspraktikum für Lehrer

Der Wirtschaftskreis nimmt das Heft des Handelns vor allem beim Thema „Fachkräftemangel“ selbst in die Hand und geht aktiv in die Schulen, um den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern über Praktika die Themen „Wirtschaft“ und „Unternehmertum“ näher zu bringen. Vor alle das Wirtschaftspraktikum für Lehrer/innen ist etwas ganz Außergewöhnliches: Lehrerinnen und Lehrer gehen für einige Tage in die Pankower Unternehmen und lernen den Unternehmens- und Unternehmeralltag kennen. Dieses gemeinschaftliche Projekt mit der Heinz-Brandt-Schule in Berlin-Weißensee ist beispielgebend.

Manja Schreiner: Der Wirtschaftsstandort Berlin wie ich ihn mir im Jahr 2035 wünsche

Beim Neujahrsempfang habe ich den Mitgliedern des Wirtschaftskreises für dieses Engagement gedankt und sie ermuntert, ihren Visionen treu zu bleiben. Ich habe sie mitgenommen auf eine kleine gedankliche Reise in den Wirtschaftsstandort Berlin im Jahr 2035, wie ich ihn mir wünsche. Ein Teil dieser Vorstellung ist ein reger, etablierter und guter Austausch zwischen Wirtschaft und Politik, der nicht von Vorurteilen und Skepsis, sondern von Vertrauen geprägt ist. Zu meiner Vorstellung vom Wirtschaftsstandort Berlin in 15 Jahren gehören bezahlbare Gewerbeimmobilien – und zwar ohne Deckel. Das setzt voraus, dass die Politik nicht mit Verboten und Regulierung auf eine hohe Nachfrage reagiert, sondern mit einem erweiterten Angebot, einer durchdachten und innovativen städtischen Baustrategie, mehr Gewerbeflächen, einem aktiven Flächenmanagement und Investitionsanreizen für den Gewerbebau. Es setzt voraus, dass die Politik begreift: Es gibt bessere Instrumente und bessere Ideen, um Berlin und seine Wirtschaft voran zu bringen. Dazu gehört, Innovation, Gründergeist und Unternehmertum zu fördern und nicht zu verteufeln. Kurzum: Berlin braucht eine Politik, die die Segel setzt und keine Mauern baut, wenn ihr der Wind der Veränderung ins Gesicht weht.