Schüleralltag in Berlin: Unser Schulen werden in Brennpunktschulen und unproblematische Schulen eingeteilt. Unterricht fällt aus, weil Lehrerinnen und Lehrer an Berliner Schulen im Schnitt mehr als vier Wochen, 31,5 Kalendertage, krank sind. Damit sind sie in diesem Jahr durchschnittlich noch länger krank, als im Jahr zuvor. Viele unserer Kinder werden von  Seiteneinsteigern unterrichtet. Die hohe Quote an Quereinsteigern, teilweise an die 50 Prozent des Kollegiums, setzt das Lehrerpersonal wegen des hohen Beratungsbedarfs ihrer Kolleginnen und Kollegen ohne didaktische Vorbildung zusätzlich unter Druck. Schulleiter flüchten ins Nachbarbundesland Brandenburg, weil es in Berlin keine Chance auf eine Verbeamtung gibt. Ohne Not verzichtet der Berliner Senat damit auf eines der wichtigsten Instrumente im Wettbewerb um die besten Köpfe für die Bildung unserer Kinder: die Verbeamtung. Klar ist, auch wenn sich die SPD auf ihrem Parteitag knapp für die Wiedereinführung der Lehrerverbeamtung ausgesprochen hat, wird unter R2G daraus garantiert nichts werden. Ein absehbares Defizit an Lehrkräften wird einfach so hingenommen.

Manja Schreiner: Neue Wertschätzung für den Lehrerberuf

Die schwierige Personalsituation ist nicht das einzige Problem: Baulich sind viele unserer Schulen in einem bedenklichen Zustand. Hier herrscht wie in anderen Bereichen, die durch öffentliche Gelder finanziert werden, erheblicher Sanierungsstau. Die Rede ist von dringend benötigten Investitionen in Höhe von über fünf Milliarden Euro. Kein Wunder, dass Berlin in Bildungsvergleichen verlässlich schlecht abschneidet.

Individuelle Förderung, eine flächendeckende Unterrichtsversorgung, gut ausgestattete Schulen, ein bedarfsgerechtes und an den Wünschen von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern ausgerichtet Schulsystem ist unter R2G nicht denkbar. Wir Christdemokraten in Berlin wissen: Bessere Bildung fängt mit der Verbeamtung an. Berlin braucht eine neue Wertschätzung gegenüber den Menschen, die sich um unsere Kinder, unsere Zukunft kümmern. Die Berliner CDU Fraktion macht dazu konkrete Vorschläge: Willkommensprämien, kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Stipendien für Lehramtsstudenten und eine Übernahmegarantie könnten dem Lehrerberuf in Berlin wieder die Attraktivität zurückgeben, die er vor dem Einzug der rot-rot-grünen Ideologie in die Lehrerzimmer hatte. Es braucht mehr Autonomie und Entscheidungsfreiheit für Direktoren, statt Sonderprogramme, die am Bedarf vorbei gehen. Jeder Schulleiter weiß doch am besten, was an seiner Schule fehlt und welche Prioritäten gesetzt werden müssen.

Es ist nicht sozial ausgewogen, wenn von einer kostenlosen Mittagsverpflegung auch Besserverdienende profitieren

Eine bessere Ausstattung, ob mit Hausmeistern oder Whiteboards und Internet fehlt an vielen Schulen. Bessere Bildung braucht zudem kleinere Klassen und mehr praxisorientierte handwerkliche Erfahrungen. Es mangelt an Augenmaß und gesundem Menschenverstand in der Bildungspolitik: Was hilft ein kostenloses Mittagessen, wenn es keine Kantinen gibt? Dann ist das Chaos vorprogrammiert. Und nein: Es ist nicht sozial ausgewogen, wenn von einer kostenlosen Mittagsverpflegung auch Besserverdienende profitieren.